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Wie oft muss ein Treppenhaus gereinigt werden?

Es gibt keine gesetzliche Vorgabe – aber es gibt Faktoren, an denen man sich verlässlich orientieren kann.

Die kurze Antwort vorweg: Eine gesetzlich vorgeschriebene Häufigkeit für die Treppenhausreinigung gibt es nicht. Was gilt, ergibt sich aus dem Mietvertrag beziehungsweise der Hausordnung und aus der Verkehrssicherungspflicht des Eigentümers. Alles Weitere ist eine Frage der Vereinbarung – und genau deshalb gibt es darüber so oft Streit.

Fünf Faktoren, die den Turnus bestimmen

Wenn wir uns ein Objekt ansehen, schauen wir vor allem auf diese Punkte:

  • Anzahl der Parteien. Je mehr Menschen durch dasselbe Treppenhaus gehen, desto schneller ist es verschmutzt. Das ist der wichtigste einzelne Faktor.
  • Lage des Hauses. Ein Eingang direkt an einer vielbefahrenen Straße bekommt deutlich mehr Feinstaub und Schmutz ab als einer im Innenhof.
  • Bodenbelag. Auf hellem Naturstein oder Terrazzo sieht man jeden Fußabdruck, dunkle Fliesen verzeihen mehr. Das ändert nichts an der Hygiene, aber sehr viel an der Wahrnehmung der Bewohner.
  • Kinder, Hunde, Fahrräder. Wo Kinderwagen und Räder durchs Haus geschoben werden, kommt der Schmutz von draußen direkt bis in den dritten Stock.
  • Jahreszeit. Zwischen November und März ist der Eintrag durch Nässe, Laub und Streugut um ein Vielfaches höher als im Sommer.

Was sich in der Praxis bewährt hat

In gut belegten Mehrfamilienhäusern hat sich ein wöchentlicher Turnus bewährt. Bei kleineren Objekten mit wenigen Parteien funktioniert oft auch ein 14-tägiger Rhythmus – vorausgesetzt, der Eingangsbereich wird häufiger gemacht als die oberen Etagen.

Denn das ist der Punkt, den viele Pläne übersehen: Ein Treppenhaus verschmutzt nicht gleichmäßig. Der Großteil des Schmutzes wird im Erdgeschoss eingetragen und nimmt nach oben hin stark ab. Ein Plan, der jede Etage gleich behandelt, reinigt unten zu selten und oben zu oft.

Sinnvoller als ein pauschaler Turnus für das ganze Haus ist eine Staffelung: Eingangsbereich und Erdgeschoss häufiger, obere Etagen seltener, Keller und Nebenräume in größeren Abständen. Das kostet unterm Strich meist weniger und sieht trotzdem besser aus.

Warum ein zu dünner Turnus teuer wird

Wer beim Turnus spart, spart oft nur kurz. Schmutz, der lange auf einem Belag liegt, arbeitet sich in die Oberfläche ein – besonders auf Linoleum, PVC und unversiegeltem Stein. Irgendwann reicht die normale Unterhaltsreinigung nicht mehr, und es wird eine Grundreinigung mit neuem Schutzfilm fällig. Die kostet ein Vielfaches dessen, was der höhere Turnus über die Jahre gekostet hätte.

Was in den Reinigungsplan gehört

Der häufigste Grund für Ärger ist nicht schlechte Arbeit, sondern unterschiedliche Erwartungen. Deshalb gehören diese Punkte schriftlich festgehalten, bevor der erste Einsatz stattfindet:

  • Welche Flächen gehören dazu – Stufen, Podeste, Geländer, Briefkastenanlage, Hauseingang, Kellerabgang?
  • In welchem Turnus wird welche Fläche gemacht?
  • Wie oft werden Treppenhausfenster gereinigt?
  • Wer kümmert sich um den Müllstandort und die Tonnen?
  • Was passiert bei außerplanmäßiger Verschmutzung?
  • Wie läuft die Meldung, wenn etwas nicht stimmt – und an wen?

Ein Plan, der diese sechs Punkte beantwortet, verhindert die allermeisten Diskussionen in der Eigentümerversammlung.

Und der Winter?

In den Wintermonaten steigt der Schmutzeintrag sprunghaft. Viele Objekte fahren deshalb von November bis März einen höheren Turnus und im Sommer einen niedrigeren. Das ist ehrlicher als ein Jahresdurchschnitt, der im Winter zu wenig und im Sommer zu viel ist. Wichtig ist nur, dass es vorher im Vertrag steht.

Häufige Fragen dazu

Gibt es eine gesetzliche Vorschrift, wie oft ein Treppenhaus gereinigt werden muss?

Nein. Eine feste gesetzliche Häufigkeit gibt es nicht. Maßgeblich sind der Mietvertrag beziehungsweise die Hausordnung sowie die Verkehrssicherungspflicht des Eigentümers – Treppen dürfen nicht rutschig oder durch Gegenstände versperrt sein.

Wöchentlich oder 14-tägig – was ist üblich?

In gut belegten Mehrfamilienhäusern ist wöchentlich der Normalfall. Bei kleineren Objekten funktioniert oft ein 14-tägiger Turnus, wenn der Eingangsbereich häufiger gereinigt wird als die oberen Etagen.

Kann man im Sommer seltener reinigen als im Winter?

Ja, und das ist häufig sinnvoll. Zwischen November und März ist der Schmutzeintrag deutlich höher. Ein saisonal gestaffelter Turnus sollte aber vorher schriftlich vereinbart werden.

Geschrieben von Marios Kryoneritis, Inhaber von MK Gebäudeservice in Schwaig bei Nürnberg. Fragen zu Ihrem Objekt? Schreiben Sie uns oder rufen Sie an: 0911 49529821.

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